Kleiner Blütenzauber

10.12.2012 um 08:12 Uhr

Da war ein Schiff

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Nena, weisses, Schiff, Nebelhorn, ruft, gehen, Lagerfeuer, Tochter, singen, Gitarre

"Und wenn das Nebelhorn mich ruft..."
Sang Nena, in ihrem Song "Da war ein Schiff, ein weisses Schiff"

Wir sassen in der Dunkelheit draussen am knisternden und knackenden, wärmenden Lagerfeuer.
Die Flammen züngelten rotorange. Ab und an flogen ein paar Funken auf, durch die Dunkelheit. Der Rauch kräuselte sich wenn er nach oben stieg.
Meine Tochter war ein Nena Fan, sie sang am Feuer "Da war ein Schiff, ein weisses Schiff". Meine Freundin spielte dazu auf der Gitarre oder sang es mit ihrer wunderbaren Stimme selbst.
Denn man merkte an ihrer Stimme wenn ein Lied sie berührte. Dann klang es besonders schön, wenn ihre Stimme sich leicht belegte, gerade in dieser Lagerfeueratmosphäre.
Es wurde ganz still und leise. Nur dem Text und Gesang lauschten wir.

Es war eine unbeschreiblich schöne, aber auch sehr nachdenkliche Stimmung, dort in der Dunkelheit.
Wir fühlten uns alle unbeschreiblich nah beieinander.
Fast so, als könnten wir dieses Schiff auch sehen, auf dem diese sind, die noch immer von uns gehen.
Nein, es ist kein lustiges Lied, wohl auch kein Partysong, aber ein Lied welches nachdenklich macht, wenn dazu das Holz des Feuers durch die Dunkelheit glimmt und glüht.

"Wir alle müssen gehen, und wenn das Nebelhorn mich ruft..."
Ja, wenn es mich ruft..aber noch ruft es nicht, was auch gut so ist.



01.11.2012 um 06:02 Uhr

Jetzt hat es mich getroffen

von: sternenschein   Stichwörter: Blog, gesperrt, gedanken, oder, fragen

Jetzt hat es mich auch getroffen.

Blog not available Blog temporarily suspended. Please contact the blogigo team.

Steht da geschrieben, wenn man meinen Blog
http://blogigo.de/gedanken_oder_fragen
aufruft.

Zwangspause oder Ende?
Ich weiss nicht weshalb mein Blog gesperrt wurde, hatte keinen neuen Eintrag geschrieben, an "verbotenen" Bannwörtern kann es also kaum liegen.
Und meine Mail an Nils, in der ich ihn anschrieb ob er etwas gegen die vielen Spamkommentare machen könnte, daran kann es wohl auch nicht gelegen haben, dass er den Blog dann einfach abschaltete.

Gut, ist auch eine Lösung, 24 Spamkommentare bekam ich gestern, seit der Blog nicht mehr erreichbar ist, nicht einen mehr. *lach*

Wunder gibt es immer wieder.
´ Mal schauen, wann auch dieser Blog hier verschwindet?
.

13.09.2011 um 18:32 Uhr

Vor einer Bude steht ein Kind

Vor einer Bude steht ein Kind.

Vor einer Bude steht ein Kind
Und greift nach allen Waaren
Und lässt das nächste dann geschwind
Um's Fernste wieder fahren.

Du holdes Mädchen, wärst du mein
Und all die hübschen Sachen;
Der Augen milder Sternenschein,
Der Wange schelmisch Lachen;

Der Mund so süss, das Haar so lind,
Der Leib so voll gegossen,
Ich ständ vor dir wie jenes Kind
Und auch so unentschlossen.

Zitat: Herrmann von Gilm zu Rosenegg
Österreichischer Jurist, und Dichter. 1812 - 1864

Erstaunlich für einen Juristen, dass Herrmann von Gilm zu Rosenegg, so viele, derart feinfühlige und zu Herzen gehende Gedichte über die Liebe, die Natur und den Tod schrieb.
Seine Gedichte berühren einfach tief das Innere des Menschen. Einige seiner Stücke wurden auch vertont.
.

07.08.2011 um 13:32 Uhr

Sommer und Winter

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Marlen, Haushofer, Die, Wand, Sommer, Winter, Holzarbeiten, Tiere, Leben

"Manchnal, wenn ich Bella und Stier betrachtete,
war ich froh, dass sie nichts ahnten von dem langen Winter im Stall.
Sie kannten nur die Gegenwart, die zarten Gräser, die Weite der Wiese, die warme Luft, die ihre Flanken streichelte, und das Mondlicht, das nachts auf ihr Lager fiel. Ein Leben ohne Furcht und ohne Hoffnung. Ich hatte Angst vor dem Winter, der Holzarbeit in der Kälte und der Feuchtigkeit. Jetzt spürte ich nichts mehr von meinem Rheuma-Anfall, aber ich wusste, dass er sich im Winter wiederholen konnte.
Und ich musste doch um jeden Preis beweglich bleiben, wenn ich mit meinen Tieren am Leben bleiben wollte. Ich legte mich stundenlang in die Sonne und wollte sie speichern für die lange kalte Zeit."

Zitat: Marlen Haushofer "Die Wand"
ISBN 3-423-12597-7 Deutscher Taschenbuchverlag

Ein Roman nur, diese Schilderung, aus "Die Wand".
Und doch schien die Autorin Marlen Haushofer ziemlich genau zu wissen worüber sie schrieb, wie es sich anfühlt, dieser Sommer und der Winter, für Mensch und Tier, auf sich alleine gestellt, dort im Wald in den Bergen.
Sehr gut nachzuempfinden, ihre Zeilen, wenn man ähnlich lebt wie sie es in ihrem Roman beschreibt.
Miss Hyde wird mir da wohl zustimmen, sie kennt es ja auch, dieses Leben im Wald.
Und ich frage mich, wissen und ahnen die Tiere wirklich nichts vom Winter, wenn sie im Sommer in der Sonne liegen? Dann müssten sie im Winter ja auch nichts von dem Sommer wissen, denken es wird niemals wieder warm werden, wenn sie immer nur im Augenblick leben.

Und wir Menschen?
Wir wissen, bereiten uns deswegen vor. Leben immer auch ein Stück weit in der Zukunft, um gegen Überraschungen gefeit zu sein. Vorbereitet zu sein für das kommende.
Denkt ein Vogel, schon an den Nestbau im nächsten Jahr? Wer weiss das schon und wer weiss ob dieser Vogel, sollte er daran denken, den Winter überstehen wird.
Ich aber weiss, ich werde ihn im Winter füttern, damit er es schafft.
..

25.04.2010 um 12:49 Uhr

Ratschläge einer Mutter

von: sternenschein   Kategorie: Zitate   Stichwörter: Carl, Marx, Student, Mutter, Brief, Ordnung, Haushalt

Auch der 1818 in Trier geborene Carl Marx hatte eine Mutter. Sie machte sich wie wohl viele Mütter Sorgen und Gedanken um ihren Sohn.

So schrieb sie ihrem Sohn, als er als Student in Bonn weilte:

"Nun kannst du mir's garnicht
als eine Schwäche unseres Geschlechts ansehen, wenn ich neugierig bin, wie Du Deine kleine Haushaltung eingerichtet, ob die Ökonomie auch eine Rolle spielt, was bei grossen wie bei kleinen Haushaltungen eine unerläßliche Notwendigkeit ist. Dabei erlaube ich mir zu bemerken, lieber Carl, dass Du deine Reinlichkeit und Ordnung nie als Nebensache betrachten mußt, denn davon hängt Gesundheit und Frohsinn ab.
Halte pünktlich darauf, dass Deine Zimmer öfters gescheuert werden. Und scheuere Du, mein lieber Carl wöchentlich mit Schwamm und Seife"

Ratschläge einer Mutter, Frohsinn durch das wöchentliche Scheuern der Zimmer mit Schamm und Seife. Aber dennoch liebevoll gemeint.

Vielleicht musste sich die Mutter ja auch Sorgen um ihren Carl machen.

Etwas anders und härter schreibt da schon der Vater Marx:

"Ordnungslosigkeit, dumpfes Herumschweben
in allen Teilen der Wissens, dumpfes Brüten bei der düsteren Öllampe; Verwilderung im gelehrten Schlafrock statt der Verwilderung bei dem Bierglase, zurückscheuchende Ungeselligkeit mit Hintenansetzung allen Anstandes"

So sieht der Vater seinen studierenden Sohn, der die Vorlesungen kaum besuchte, aber dennoch mit 23 Jahren in Jena über ein philosophisches Thema promovierte.
.